Was hamma g’essen?

Küchenwissen aus Niederbayern

Gerne erzählen Großeltern von früher, einer Zeit, in der das Gras noch mit der Sichel gemäht und die eigene Gerste in Säcken zur Mühle gefahren wurde. Vieles hat sich seitdem auf dem Land verändert, aber die Traditionen der damaligen Zeit sollten dennoch nicht in Vergessenheit geraten.

Das ist auch das Anliegen von Steffi Kammermeier, der Autorin des Buches Was hamma g’essen? – Küchenwissen aus Niederbayern, das zur gleichnami­gen Sendung die in der Reihe Unter Unserem Himmel im Bayerischen Fern-sehen lief, erscheint. Steffi Kammer-meier berichtet von dem Landleben zu Zeiten ihrer Groß­eltern, das sie bei ihren Besuchen auf „Gut Buch“, einem Bauernhof nördlich von Landshut, kennengelernt hat. Die Autorin lässt die Leser teilhaben an ihren Erinnerungen und den Geschichten ihrer Kindheit. Mit viel Liebe und Ehrfurcht vor der harten Arbeit ihrer Ahnen, berichtet sie von dem Alltag und dem Leben auf dem Hof in Bayern im ausgehenden 19. Jahr­hundert. Vor allem die Orte, an denen das Leben stattfand,  wie die Küche und der Würzgartl, und die damit verbundenen Arbeiten, wie das Brotbacken und das Schlachten, werden beschrie­ben. Erfahren kann man auch allerhand von den Ehehalten, Mägde und Knechte die zur Ernte auf den Hof kamen, bis hin zu dem Rhythmus des Bau­ernjahrs, das vor allem durch das Kirchenjahr geprägt war. Anschaulich und bildhaft wird von Ereignissen wie Kirchweih, Fastenzeit und Lichtmess erzählt.

Vieles von dem, was die Menschen damals beschäftigte, ist in diesem Buch festgehalten. Grundlage hierfür waren Recherchearbeiten und Befragungen der älteren Generation in dem familiären Umfeld und dem Bekanntenkreis der Autorin. Dabei stieß Steffi Kammermeier auf das Speisebuch der Bäuerin Maria Spanner, ein über 100 Jahre altes Zeitzeugnis in dem tagebuchartig die Ereignisse auf einem Hof in Bayern festgehalten wurden. Durch diese Berichte wird das Buch authentisch, lebendig und zu etwas Besonderem. So enthält es auch viele Originalrezepte von Gerichten, die früher auf den Tisch kamen, darunter die Doagknedl, die Schoatnkiache und die Ochsengurgeln. Aber nicht nur von den Festtagen und dem guten Essen ist die Rede, man erfährt auch viel über Traditionen, Familien-zusammenhalt und der „guten alten Zeit“. Es wird deutlich, wie schwer, aber auch wie erfüllt das Leben damals auf dem Land gewesen sein muss.

Was hamma g’essen? ist ein Buch für Menschen, die sich erinnern und die Vergangenheit lebendig werden lassen wollen oder die etwas über das fast schon in Vergessenheit geratene traditionelle Bauernleben in Bayern erfahren möchten.

Steffi Kammermeier wurde 1959 in München geboren, wo sie heute noch immer lebt. Nach einer Ausbildung zur Medizinisch-Technischen-Assistentin schloss sie ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film an. Bis heute ist sie als Regisseurin, Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin tätig. 1995 begann sie ihre Beschäftigung als freie Mitarbeiterin beim Bayerischen Rundfunk, wo sie auch als Redakteurin tätig war. Für ihre Filme bekam sie verschiedene Preise wie den Deutschen Filmpreis 1988 und 1998 den „Rights If A Child Award“ in Chicago. Mit „Was hamma g’essen“ erscheint ihr erstes Buch im Societäts-Verlag.

Steffi Kammermeier

Was hamma g’essen?

Küchenwissen aus Niederbayern

Societäts-Verlag 2009

184 Seiten, Pappband

€ 14,80 (D) / €  15,30 (A) / sFr 26,00 (CH)

ISBN: 978-3-7973-1115-9

 

 

Albert Sigl


„Bitter ist der Grundton in Albert Sigls Geschichten vom Leben auf dem Land weit hinter der Stadt. Bitter und aufsässig, sehr bayrisch in der Wut und im bärbeißigen Hohn, so dass man beim Lesen selber hart auflacht, und manchmal meint man, das könne ja wohl so nicht sein, das müsse schon aus vergangnen Jahrhunderten stammen, aus einer versunkenen Welt, als die Suppen noch Wasserschnalzen und Väter Zornbinkel waren. Aber Sigl erzählt aus unsrer Zeit, bald nach dem Krieg und herauf bis heute. Vieles erinnert an Kroetz, mehr noch an Achternbusch, dabei auch an Polts grimmige Komik.
Seit einem Vierteljahrhundert schreibt Albert Sigl seine Skizzen, Geschichten und pointierten Szenen aus der engen Welt mit der Sehnsucht nach Weite: befremdlich ist sie, gnadenlos und nach Mitleid schreiend, eingesperrt und um sich schlagend. Schrecklich zum Lachen. 1953 in Mirskofen bei Landshut geboren, als Ältester von acht Geschwistern, weiß er sehr genau, wovon er spricht, bei der harten Arbeit, beim Hungeressen, dem Kinovergnügen alle paar Monate, dem Streiten und Krawallen in Wirtshäusern und vorm Christbaum. Volks-, Real-, Fachoberschule hat er durchgemacht, eine Lehre als Elektromechaniker, das Fachabitur und dann die Uni in Regensburg, wo er jüngster Diplomingenieur Bayerns wurde. Dreizehn Jahre ist er als Ingenieur angestellt, dann reicht’s ihm, er studiert Philosophie und Germanistik und macht den Magister, avanciert hernach für zwei Jahre zum Fernfahrer für Maschinen und Möbel, wird Hopfenzupfer, Reprophotograph und Offsetdrucker, auch mal Mitarbeiter im Staatsarchiv, studiert die Leute und die Sprache – und schreibt, notiert, veröffentlicht in Anthologien, in Zeitschriften, im Rundfunk und bringt 1982 sein erstes kleines Buch heraus: ,Kopfham’ (im Friedl Brehm Verlag), drei Jahre später das nächste: ,die gute haut’. Die Stadt Regensburg zeichnet ihn mit dem ,Hungertuchpreis’ aus. München legt das Stipendium ,Literaturjahr 1987’ nach, und Erding macht ihn 2002 zum ,Stadtschreiber’. Kleinvieh, aber Sigl macht keinen Mist dazu; er schreibt, liest vor, werkelt weiter und bleibt literarisch daheim im Unbehausten. 2005 erscheint das Buch ,Sonnham’ (edition lichtung), eine Splittersammlung als Grundmuster des traurigen, des saukomischen Lebens auf dem gar nicht so platten Land.
Sigls Kasperltheater ist eine Hinterwelt voll grotesker Plagen, wo dem Maulenden aufs Maul gehauen und der Zuschlagende sofort gebissen wird.

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